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1,4 Billionen Euro: Jeder dritte Euro geht für Sozialausgaben drauf

1,4 Billionen Euro: Jeder dritte Euro geht für Sozialausgaben drauf
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Berlin – Diese Zahlen haben Sprengkraft: Deutschlands Sozialausgaben sind auf ein Rekordniveau von 1431 Milliarden Euro gestiegen. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums ging 2025 jeder dritte Euro der Wirtschaftsleistung für Renten, Gesundheit, Pflege, Arbeitslosenversicherung und weitere Sozialleistungen drauf. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den aktuellen Bericht zum Sozialbudget 2025.

Einen höheren Anteil an der Wirtschaftsleistung gab es laut Bericht nur im Corona-Jahr 2020, als umfangreiche staatliche Hilfsprogramme die Ausgaben zusätzlich nach oben trieben. Allein die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung stiegen laut Bericht um 5,8 Prozent. Deutlich stärker legten die Leistungen der Arbeitslosenversicherung zu. Hier verzeichnet das Ministerium einen Anstieg von fast 16 Prozent binnen eines Jahres. Hintergrund ist die weiterhin hohe Zahl an Arbeitslosen. Zudem beziehen zunehmend Menschen aus besser bezahlten Branchen wie der Industrie Arbeitslosengeld und erhalten entsprechend höhere Leistungen.

Überraschung beim Bürgergeld

Die gesetzliche Krankenversicherung gab laut Sozialbudget 7,7 Prozent mehr aus, die soziale Pflegeversicherung sogar 11,2 Prozent mehr. Zusammengenommen fließt inzwischen mehr als jeder zehnte erwirtschaftete Euro in Gesundheit und Pflege. Überraschend: Die Ausgaben für das Bürgergeld gingen erstmals seit 2019 zurück. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsbezieher sank 2025 um rund 91.000 Personen. Einschließlich Kindern erhielten sogar rund 185.000 Menschen weniger Leistungen als im Vorjahr. Als Gründe nennt das Ministerium unter anderem den sogenannten „Job-Turbo“, mit dem Flüchtlinge schneller in Arbeit vermittelt werden sollen. Zudem gehen die Asylzahlen zurück.

Experten sehen mehrere Ursachen

Der Leiter des Zentrums für Finanzwissenschaft am Münchner Ifo-Institut, Andreas Peichl, sieht laut Süddeutscher Zeitung drei zentrale Treiber: die Alterung der Gesellschaft, die schwache wirtschaftliche Entwicklung und politische Entscheidungen. Demnach sorgen mehr Rentner und Pflegebedürftige zwangsläufig für höhere Kosten. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft nur schwach, wodurch der Sozialanteil an der Wirtschaftsleistung weiter steigt. Hinzu kommen Reformen wie die Ausweitung des Wohngelds, die Einführung der Grundrente oder höhere Familienleistungen.

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