Karlsruhe/Düsseldorf – Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen Peter Fitzek (59) und drei weitere mutmaßliche Führungsmitglieder der verbotenen „Reichsbürger“-Gruppe „Königreich Deutschland“ erhoben. Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft ihnen vor, als Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung gehandelt zu haben. Die Gruppe soll unter anderem unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte betrieben sowie Steuern hinterzogen haben.
Koch machte sich zum „König“
Der gelernte Koch aus Halle (Sachsen-Anhalt) hatte sich vor rund 13 Jahren selbst zum Monarchen eines Fantasiestaates gekrönt. In seinem „Königreich Deutschland“ erklärte Fitzek die Bundesrepublik für illegitim, gab eigene Ausweise, Reisepässe und Autokennzeichen aus und ließ sogar eine eigene „Reichsbank“ sowie Fantasie-Versicherungen betreiben. Reichsbürger-Anhängern versprach er unter anderem ein Leben ohne Steuern.
Im Mai 2025 verbot Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Vereinigung. Zeitgleich wurden Fitzek und drei weitere mutmaßliche Rädelsführer festgenommen. Immobilien wurden durchsucht, Bargeld, Gold und weitere Vermögenswerte beschlagnahmt.
Generalbundesanwalt ermittelt
Dass sich die Bundesanwaltschaft des Falls angenommen hat, ist ungewöhnlich. Nach Einschätzung der Ermittler stellte das „Königreich Deutschland“ wegen seines hohen Organisationsgrades und seiner finanziellen Strukturen eine Gefahr für die innere Sicherheit dar.
Fitzek sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Bundesgerichtshof sieht nach früheren Auslandsaktivitäten und seiner Lebensweise Fluchtgefahr. Hinzu kommt eine rechtskräftige achtmonatige Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung und Beleidigung, die er ebenfalls verbüßen muss.