Coredo (Italien) – „Mama, Papa, ich sehe Monster.“ Es waren die letzten Worte des damals vierjährigen Mattia Maestri, bevor er nach dem Verzehr eines mit Escherichia-coli-Bakterien (E. coli) belasteten Rohmilchkäses ins Koma fiel. Neun Jahre später ist der Junge tot. Er wurde nur 13 Jahre alt.
Sein Vater Giovanni Battista Maestri machte seinen Tod am Sonntag öffentlich. „Unser Mattia hat uns verlassen. In seinem Namen danke ich euch dafür, dass ihr dazu beigetragen habt, seinen Abschied weniger schmerzhaft zu machen“, erklärte er gegenüber italienischen Medien. Seit neun Jahren hatte der Junge im Wachkoma gelegen. Ausgelöst worden war sein Schicksal durch eine schwere Infektion mit dem Darmbakterium Escherichia coli. Mattia hatte Rohmilchkäse gegessen, der mit dem Erreger kontaminiert war.
Sein Lieblingskäse brachte Mattia um
Die Tragödie begann im Juni 2017 im norditalienischen Trentino. Wenige Stunden nach dem Verzehr seines Lieblingskäses hatte Mattia schlimme Bauchschmerzen und Krämpfe. Sein Zustand verschlechterte sich dramatisch. Zunächst wurde der Vierjährige in Krankenhäusern in Cles und Trient behandelt, später nach Padua verlegt. Dort fiel er ins Koma und erwachte nie wieder.
Die Infektion löste bei dem Jungen das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) aus, eine seltene, aber lebensgefährliche Komplikation einer E.-coli-Infektion. Die Krankheit verursachte irreversible Hirnschäden. Nach Angaben seines Vaters war der Junge seitdem blind und gelähmt. Er konnte weder sprechen noch Angehörige erkennen. Zwar atmete Mattia selbstständig, ernährt werden musste er jedoch über eine Magensonde. Hinzu kamen bis zu 40 epileptische Anfälle am Tag.
Vater kämpft um Gerechtigkeit
Der Fall beschäftigte jahrelang die italienische Justiz. Im März 2025 bestätigte Italiens oberstes Gericht rechtskräftig die Verantwortung des damaligen Präsidenten der Käserei und eines Käsemeisters.
Mattias Vater will seinen jahrelangen Kampf für strengere Warnhinweise auf Rohmilchprodukten weiterführen. Der „Repubblica“ sagte er: „Ich habe es nicht geschafft, mein Kind zu retten. Aber ich werde viele andere retten.“ Er kündigte außerdem an, eine Anklage wegen Totschlags gegen die Verantwortlichen des Käseherstellers anzustreben.