Hechingen – Jetzt bekommt der schwere Unfall auf der B27 bei Hechingen ein Nachspiel! Dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß ist am Freitag der Führerschein entzogen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hechingen (Baden-Württemberg) dem Südwestrundfunk (SWR). Gegen den Politiker läuft seit Freitag ein Ermittlungsverfahren.
Bareiß soll Mitte Juli den schweren Unfall auf der Bundesstraße verursacht haben. Bei dem Crash kollidierte sein Wagen mit einem anderen Auto. Drei Insassen wurden verletzt, auch Bareiß selbst erlitt schwere Verletzungen und musste ins Krankenhaus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergab eine Blutanalyse, dass der CDU-Politiker zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels gestanden haben soll.
Nach BILD-Informationen gilt als sicher, dass es sich nicht um ein Apotheken-übliches Medikament handelt. Die Staatsanwaltschaft erklärte: „Der Verdacht gründet insbesondere auf dem inzwischen vorliegenden Ergebnis einer Blutanalyse.“ Weiter heißt es, es bestehe der Verdacht, „dass der Beschuldigte den Verkehrsunfall verursacht hat und dabei nicht unter Alkoholeinfluss, jedoch unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels stand“.
Immunität von Bareiß aufgehoben
Gegen Bareiß besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung (§ 315c StGB) sowie der fahrlässigen Körperverletzung (§ 229 StGB). Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität eingeleitet.
An den Unfall selbst hat Bareiß nach eigenen Angaben keine Erinnerung mehr. In einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ sagte er: „Ich hatte einen großen Schutzengel.“ Außerdem schilderte er: „Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat.“ Der Crash habe ihn tief erschüttert. „Das Leben kann manchmal schneller vorbei sein, als man es für möglich hält.“
Der Unfall habe dazu geführt, „die eine oder andere Priorität im Leben anders zu setzen“. Zu den aktuellen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft hat sich Bareiß bislang nicht öffentlich geäußert.