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Cyberhammer in Liechtenstein: Hacker erbeuten Daten aus Geheimregister

Cyberhammer in Liechtenstein: Hacker erbeuten Daten aus Geheimregister
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Vaduz (Liechtenstein) – Dieser Hacker-Angriff trifft das kleine Fürstentum bis ins Mark! Cyber-Kriminelle haben sich Zugang zu einem besonders sensiblen Register verschafft: dem „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen“ (VwbP). Dort steht, wer hinter Firmen, Stiftungen und Treuhand-Konstruktionen steckt – also die Namen der Menschen, die tatsächlich die Kontrolle über Vermögen und Unternehmen haben.

Nach Angaben der Regierung gelang den Tätern der Zugriff in der Nacht zum 30. Juli. Am Wochenende machte die Regierung den Vorfall öffentlich und sprach von einem massiven Datendiebstahl. Regierungschefin Brigitte Haas (61) und Justizminister Emanuel Schädler (42) richteten einen Krisenstab ein. Haas erklärte: „Die liechtensteinische Regierung bedauert diesen Vorfall zutiefst. Die Regierung und die zuständigen Behörden unternehmen alles, um die Hintergründe dieses Cyberangriffs aufzuklären und die Datensicherheit wiederherzustellen.“

Offiziell bestätigt ist bislang nur, dass Daten zu rund 31.000 Rechtsträgern betroffen sind. Das können Aktiengesellschaften, GmbHs, Stiftungen, Treuhand-Konstruktionen oder internationale Holdinggesellschaften sein. In dem Register steht, wem diese Firmen und Vermögenskonstruktionen gehören. Es wurde geschaffen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen.

Es können sehr viel mehr Menschen betroffen sein

Liechtenstein ist ein internationaler Finanzplatz. Viele Gesellschaften und Stiftungen haben Eigentümer oder Begünstigte aus dem Ausland. Deshalb könnten unter den Betroffenen nicht nur Liechtensteiner sein, sondern auch Schweizer, Deutsche, Österreicher sowie Vermögende aus vielen anderen Ländern. Noch weiß niemand, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind. Denn hinter 31.000 Rechtsträgern können deutlich mehr oder auch weniger natürliche Personen stehen.

Reiche könnten Opfer von Erpressern werden

Nach den bisher bekannten Informationen werden im Register Vor- und Nachnamen, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Wohnsitzstaat und die Funktion innerhalb der jeweiligen Gesellschaft oder Stiftung gespeichert. Experten sehen darin erhebliche Risiken. Namen und weitere persönliche Angaben sind für Cyber-Kriminelle wertvolle Informationen. Besonders brisant ist jedoch, dass das Register offenlegt, welche Menschen hinter Firmen, Stiftungen und Vermögensstrukturen stehen. Viele Reiche legen großen Wert darauf, dass solche Verbindungen nicht bekannt werden. Gelangen diese Informationen in falsche Hände, könnten Kriminelle gezielt nach wohlhabenden Personen suchen und sie für Hacker-Angriffe oder Erpressungsversuche ins Visier nehmen.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Nach Angaben der Regierung gibt es bisher keine Lösegeldforderung. Auch Hinweise darauf, dass die Daten bereits im Darknet veröffentlicht wurden, liegen derzeit nicht vor. Für Liechtenstein ist der Vorfall ein schwerer Schlag. Das Fürstentum zählt mit seinen rund 41.000 Einwohnern zu den reichsten Ländern der Welt und lebt in hohem Maße von Finanz- und Vermögensdienstleistungen.

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