Der Chef des Technologieunternehmens Scout24, Ralf Weitz, warnt davor, dass zunehmend freie Wohnungen aus öffentlichen Angeboten verschwinden. Die schärfere Regulierung durch die Politik, beispielsweise in Berlin, dränge das Angebot in den Graumarkt, sagte er im Interview mit WELT AM SONNTAG. „Besser wäre, wenn der Senat darauf hinwirken würde, dass jede frei werdende Wohnung für die Suchenden im Internet zugänglich wird.“
Das Problem besteht Weitz zufolge auch in anderen Städten. „Es gibt aktuell mehr Angebote, als für Suchende sichtbar ist“, sagte Weitz. Doch viele dieser Wohnungen würden „offline“ weitergegeben. „Für den freien Wohnungsmarkt und das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist das fatal. Als Volkswirt sage ich: Wenn man Märkte falsch reguliert, entstehen solche negativen Nebeneffekte.“ Scout24 betreibt mit ImmoScout24 die größte Online-Plattform für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland.
Weitz forderte mehr Förderung für Wohneigentum. „Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zu sehr Mieterland“, sagte er. „Es wäre sinnvoll, den erstmaligen Erwerb einer selbst genutzten Immobilie zu fördern und spürbare Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer zu geben.“ Das Schaffen von Eigentum wirke sich auch positiv auf die Altersvorsorge aus. Und die Förderung von Wohneigentum stehe sogar explizit in der Berliner Landesverfassung.
Dieser Artikel wurde für WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Michael Fabricius beschäftigt sich mit Immobilienthemen und schreibt über alles, was Eigentümer, Mieter und Investoren betrifft. Gemeinsam mit Michael Höfling ist er für den Immobilien-Newsletter „Frage der Lage“ verantwortlich, den Sie hier abonnieren können.