Irre Szene beim Spiel der Regionalliga Nordost zwischen dem Chemnitzer FC und dem Greifswalder FC (0:4). Gäste-Stürmer Kay Seidemann knallt den Ball zu Beginn der zweiten Halbzeit am leeren Tor vorbei!
Die 51. Minute: Greifswald setzt die Chemnitzer am eigenen Strafraum unter Druck. Der Ball kommt zu Seidemann, der in zentraler Position völlig blank steht und aus sechs Metern nur ins leere Tor schießen muss. Doch der Stürmer verzieht, der Ball fliegt über die Latte. TV-Kommentator Torsten Püschel kann sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen. MDR-Experte Lutz Lindemann: „Dass Kay Seidemann kein Torjäger ist, das wissen wir. Aber diesen Ball? Jetzt will ich nicht noch weiter darin rumstochern. Kay Seidemann, wenn das heute schiefgeht! So eine Chance...“
Seidemann legt 4:0 für Greifswald auf
Doch Seidemann kann am Ende auch wieder lachen. Denn seine Greifswalder sorgen für eine Überraschung und gewinnen beim Tabellenzweiten Chemnitz souverän mit 4:0! Grace Bokake (5.) und McMoordy Hüther (35.) treffen schon vor der Pause für die cleveren Gäste.
Mit einem Pfeifkonzert verabschieden die CFC-Fans ihre Mannschaft in die Kabine. Chemnitz-Sportchef Chris Löwe reagiert im MDR-Interview sauer: „Die Leistung in der ersten Halbzeit war nicht gut genug, wir haben zu viele Zweikämpfe verloren. Allerdings ist auch die Reaktion der Fans für mich komplett unverständlich. Wir haben nach 16 Spielen 33 Punkte, sind Tabellenzweiter – und dann wird die Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Halbzeit geschickt.“
Doch nach dem Wechsel wird es aus Sicht der Sachsen nicht besser. Nach Seidemanns Slapstick-Einlage schnürt Bokake (68., 78.) noch einen Doppelpack, wobei Seidemann den vierten Treffer stark auflegt. Danach verlassen die ersten CFC-Fans enttäuscht das Stadion.
Greifswald macht Erfurt zum Herbstmeister
Damit ist Rot-Weiß Erfurt Herbstmeister der Regionalliga Nordost! Die Thüringer, die bereits am Freitagabend bei Chemie Leipzig 2:0 gewonnen hatten, profitieren am vorletzten Hinrunden-Spieltag vom Ausrutscher des CFC. Erfurt (37 Punkte) liegt nach 16 Spielen in der Tabelle vor Chemnitz (33) und Halle (31).