Düsseldorf (NRW) – Großrazzia an der längsten Theke der Welt! 200 Polizisten machten die Düsseldorfer Altstadt dicht. Die Frauen und Männer der Hundertschaft fahndeten nach Messerstechern, Räubern und anderen Kriminellen.
Die Sonderkontrollen in der Altstadt von Düsseldorf sollen die Messergewalt im öffentlichen Raum nachhaltig reduzieren. Allein vergangenes Jahr gab es auf der Feiermeile 1114 Körperverletzungen, 71 Straftaten mit einer Waffe, 144 Sexualdelikte und 93 Raubüberfälle. Polizeisprecher Daniel Dammann: „Die Düsseldorfer Altstadt stellt seit Jahren einen besonders einsatzbelasteten Problembereich in der Düsseldorfer Innenstadt dar. Die Altstadt ist weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus als „Partymeile“ oder ‚längste Theke der Welt‘ bekannt. Dementsprechend viele Menschen sind hier und es wird viel Alkohol getrunken. Wir können nicht immer den ersten Schlag verhindern, aber dann den zweiten oder dritten.“
Laut Einsatzleiter sollen durch die Razzia in der Waffenverbotszone insbesondere Messer und sonstige gefährliche Gegenstände aufgefunden werden, „um die Begehung von schwerwiegenden gesundheitsgefährdenden Straftaten zu verhindern und damit den Schutz von Leib und Leben der Altstadtbesucher und der dort arbeitenden Menschen zu gewährleisten.“
Die Besucher zeigen Verständnis
Bis auf wenige Menschen zeigen die kontrollierten Besucher großes Verständnis für die Aktion. Sandra (34): „Ich finde das gut, lieber zehn Minuten warten und danach sicher feiern können. Mir gibt das ein gutes Gefühl.“ Auch Linus (21) hat Verständnis für die Aktion: „Die Leute werden immer aggressiver, allein zwei meiner Freunde sind in den letzten Jahren angegriffen und mit einem Messer verletzt worden. Dann lieber alle durchsuchen.“
In der Düsseldorfer Altstadt feiern regelmäßig größere Gruppen wie Junggesellenabschiede. Aber auch Fußballfans und Mitglieder verschiedener Rockergruppierungen, verbunden mit übermäßigem Alkoholkonsum und hohem Aggressionspotential kann ein kleiner Konflikt schnell eine größere Auseinandersetzung auslösen.
Sieben Messer gefunden, eine Festnahme
Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) machte sich Freitagabend persönlich ein Bild von der Razzia. Bereits um 21 Uhr sind 4000 Menschen kontrolliert worden: „Für die Polizisten ist das immer eine Riesenanstrengung, aber wir müssen dranbleiben, sonst lernen die Menschen es nicht. Die Einsatzkräfte haben heute schon sieben Messer gefunden, das hätten sieben Verletzte sein können oder noch schlimmer.“ Zudem wurde ein englischer Fußballfan festgenommen, der Polizisten angreifen wollte.