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Sportwagen-Spezialist: Deutscher Formel-1-Zulieferer ist insolvent

Sportwagen-Spezialist: Deutscher Formel-1-Zulieferer ist insolvent
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Düsseldorf – Kunden wie Porsche, Bugatti, Lamborghini und die Formel 1 vertrauten auf den deutschen Leichtbauspezialisten. Doch damit könnte bald Schluss sein. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. 56 Mitarbeiter bangen um ihren Job.

Spezialist Capricorn hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf. Noch Anfang des Jahres machte das Unternehmen mit der Entwicklung eines 900 PS starken und 3 Millionen Euro teuren Hypercars Schlagzeilen. Jetzt die Pleite.

Erst Hypercar, dann Insolvenz

Hypercars gelten als die Königsdisziplin des modernen Automobilbaus. Sie sind extrem schnell, teuer und gebaut wie ein Rennwagen für die Straße. Der Capricorn 01 Zagato entstand gemeinsam mit dem italienischen Karosseriebauer Zagato. Er beschleunigt in nur 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Produziert werden sollten lediglich 19 Exemplare. Wie es mit dem Projekt nach der Pleite weitergeht, ist unklar.

Trotz teurer Projekte und Kunden wie Porsche, Bugatti, Lamborghini und Formel 1 stellte der Konzern beim Amtsgericht Düsseldorf für zwei Kerngesellschaften der Gruppe einen Antrag auf Insolvenz. Betroffen sind die Capricorn Holding GmbH und die Capricorn Composite GmbH. Das Gericht eröffnete das vorläufige Insolvenzverfahren am 4. November und bestellte Rechtsanwalt Prof. Dr. Dirk Andres von der Kanzlei AndresPartner als vorläufigen Insolvenzverwalter.

Was die Sanierungsexperten sagen

Auf BILD-Anfrage sagt ein Sprecher der Kanzlei: „Prof. Dr. Andres wird sich jetzt mit seinem Team die wirtschaftliche Ausgangslage anschauen und darauf aufbauend Sanierungsoptionen prüfen. Der Geschäftsbetrieb wird aufrechterhalten.“ Die Gehälter der 56 Mitarbeiter seien in den kommenden drei Monaten zunächst über das Insolvenzgeld gesichert. Doch ihre Unsicherheit ist groß. Denn was danach ist, steht in den Sternen.

Die Capricorn-Gruppe wurde 1994 von dem deutschen Unternehmer Robertino Wild (63) gegründet und ist auf automobilen Leichtbau spezialisiert. Für seine Kunden produziert das Unternehmen Spezialkomponenten für Sportwagen. Die Ursache für die Insolvenz ist bislang nicht bekannt, wird aber untersucht.

Capricorn kaufte Nürburgring

Bereits im März 2014 wurde die Capricorn GmbH bekannt, als die Firma gemeinsam mit der Motorsportfirma Getspeed den insolventen Nürburgring kaufte. Mindestens 77 Millionen Euro legten die Unternehmen damals auf den Tisch.

Weil Capricorn nach dem Kauf durch die Raten in finanzielle Schwierigkeiten geriet, veräußerte Unternehmer Robertino Wild die Anteile wieder.

Seit dem 30. Oktober 2014 ist der Nürburgring zu 99 Prozent im Besitz der NR Holding AG, die dem russischen Milliardär Viktor Charitonin gehört. Ein Prozent der Anteile hält die Firma Getspeed.

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