Politik

Güntzler entschuldigt sich bei Merz für Minister-Hickhack

Güntzler entschuldigt sich bei Merz für Minister-Hickhack
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Berlin – Sein Rückzieher stürzte Kanzler Friedrich Merz in heftige Turbulenzen. Jetzt äußert sich erstmals der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler selbst zu der Posse um seine kurzfristige Absage für den Posten als Verkehrsminister. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ macht Güntzler klar: „Natürlich habe ich den Kanzler mit meinem Vorgehen in Schwierigkeiten gebracht, und das bedaure ich sehr.“

Darum geht es: Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (46) baute Merz vergangene Woche sein Kabinett um – und feuerte dabei auch Verkehrsminister Patrick Schnieder (58). Als Nachfolger holte Merz den Steuer- und Finanzexperten Güntzler per Limousine von seinem Campingplatz-Urlaub in Zingst nach Berlin.

Güntzler sagte zunächst zu – schickte dann in der Nacht auf vergangenen Freitag um 4 Uhr morgens aber doch noch eine Absage-Nachricht an den Kanzler. Um 9 Uhr wollte Merz die Personalie eigentlich schon verkünden. BILD hatte Schnieders Rauswurf zuvor bereits exklusiv vermeldet. Für Schnieder wurde daraus eine tagelange Hängepartie. Am Sonntag bat Schnieder selbst um seine Entlassung, um den „unwürdigen Zustand“ zu beenden.

„Ich hätte um Bedenkzeit bitten müssen“

Güntzler räumt jetzt eigene Fehler ein: „Ich hätte um Bedenkzeit bitten müssen. Das war ein großer Fehler.“ Zu der Nacht seiner Kehrtwende sagt er: „Die Situation hat mich einfach überfordert. In dem Moment habe ich nicht richtig funktioniert.“ Das ärgere ihn, „weil es meinem Anspruch an mich selbst nicht genügt“.

Fachlich fühlte sich der Finanzpolitiker dem Amt nicht gewachsen: „Ich habe mit Verkehrspolitik noch nie etwas zu tun gehabt.“ Und weiter: „Es wäre für mich nicht vertretbar, dass ich sechs Monate lang nur vom Blatt ablese, was Mitarbeiter des Ministeriums mir aufschreiben, weil ich selbst keine Ahnung von den Themen habe.“

Merz lädt zum Bier

Die Reaktion des Kanzlers lobt Güntzler ausdrücklich. Merz sei nicht wütend geworden, das Gespräch sei „äußerst wertschätzend“ gewesen: „Er hat sehr fair und sehr menschlich reagiert.“ Am Mittwoch entschuldigte sich Güntzler am Rande der Fraktionssitzung noch einmal persönlich beim Kanzler. Merz' Antwort: „Er hat vorgeschlagen, dass wir uns mal auf ein Bier treffen.“ Danach sei er „unheimlich erleichtert“ gewesen.

Das Verkehrsministerium wird nun von Steffen Bilger (47, CDU), dem bisherigen Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, übernommen.

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