Bietet er das Finale für Loyalität? Gianni Infantino (56) soll Marokko, dem Co-Gastgeber der WM 2030, das Endspiel versprochen haben – wenn das Land im Gegenzug dem Fifa-Präsidenten seine Unterstützung zusichere. Das berichtete „The Times“ unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle. Auch „Talksport“ schreibt, dass mehrere Quellen aus dem marokkanischen Fußballverband bestätigt hätten, dass Gespräche mit Infantino über die Austragung des WM-Finales in Casablanca stattgefunden hätten.
Vom 8. Juni bis zum 21. Juli 2030 findet das Turnier erstmals über drei Kontinente hinweg statt. Sechs Länder – Uruguay, Paraguay, Argentinien, Spanien, Portugal und Marokko – sind Gastgeber. Der Großteil der Spiele wird in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen. Noch offen ist bislang, wo das Finale gespielt wird. Madrid rechnete sich mit dem Santiago Bernabéu die besten Chancen aus. Den Marokkanern, die mit dem „Grand Stade Hassan II“ bei Casablanca ein neues Stadion für 115.000 Menschen bauten, wurden maximal Außenseiter-Chancen zugestanden – eigentlich.
Während in Rabat eine von Infantino einberufene Krisensitzung abgehalten wird, äußert sich die Fifa zu den Vorwürfen. Gegenüber „Sky News“ ließ ein Sprecher des Weltverbands verlauten: „Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der FIFA-Präsident habe irgendwelche Zusagen hinsichtlich der Ausrichtung des Endspiels der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 gemacht. Eine Entscheidung wird von der FIFA zu gegebener Zeit getroffen werden.“
Fakt ist: Marokkos Verbandspräsident Fouzi Lekjaa hat Infantino bereits öffentlich seine Unterstützung versprochen – auch wenn man es für richtig halte, den Investorenplan aufzugeben, hieß es in einem Statement vom 1. August.
Druck auf Infantino wächst
Infantino hatte nach massiven Protesten Pläne zurückgezogen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der Fifa etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzunehmen. Seitdem wird über Infantinos Zukunft diskutiert, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht.
Am 18. März 2027 möchte sich Infantino in Rabat auf dem 77. Fifa-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen. Doch der Widerstand wächst. Die Uefa droht im Zusammenhang mit dem gescheiterten Investorendeal mit rechtlichen Schritten. Mehrere Verbände, darunter die große Fußballnation England, kündigten bereits an, Gianni Infantino bei der Wahl im kommenden Jahr ihre Unterstützung zu entziehen.