danke für Ihren Film „Die Odyssee“ – ein Fest für Freunde des Schwertkampfs!
Manche kritisieren, dass es bei Ihnen unter den Griechen, die Troja erobern, schwarze Schauspieler gibt. Die schöne Helena, um die es im Krieg geht, ist auch schwarz.
Schwarze Griechen waren in der Antike etwa so verbreitet wie heute die Löwen im Berliner Umland. Ähnlich selten wie schwarze Griechen waren in der Antike übrigens auch die Ladesäulen für E-Autos, die Frauenbeauftragten und die Bioläden.
Ich weiß, Mister Nolan, sie mussten das tun. In Hollywood gibt es „Vielfaltsvorgaben“, das sind Quoten für Mitarbeiter aus „marginalisierten Gruppen“. Wer die Quote nicht einhält, kriegt Probleme.
Im nächsten „Eiskönigin“-Film ist deshalb der Schneemann womöglich eine schwarze Frau.
Was ich nicht kapiere: Bei den weißen alten Griechen war es okay, schwul zu sein oder bi. In sexueller Hinsicht herrschte tatsächlich Buntheit und Vielfalt. Der „Odyssee“-Film wäre also super geeignet gewesen für eine Neuinterpretation. War das trojanische Pferd in Wahrheit ein Darkroom?
Schwule Griechen wären immerhin wahr gewesen. Aber das hätte im Kino womöglich Probleme mit der Altersfreigabe verursacht.
Es gibt so vieles, worauf man achten muss. Sie haben einen harten Job, Mister Nolan.
Yours, Harald Martenstein
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