Politik

Martenstein: Auch Köln ist für Hape Kerkeling nicht sicher

Martenstein: Auch Köln ist für Hape Kerkeling nicht sicher
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ich mag Sie. Vor ein paar Jahren sind Sie ja von Berlin nach Köln gezogen. In Berlin sei das Klima zu homophob geworden.

Viele Homosexuelle sagten das auch schon vor dem Mordanschlag auf den Berliner CSD. Man werde öfter bedroht als vor ein paar Jahren.

In Köln soll es inzwischen aber auch nicht viel besser sein.

Das hängt mit der wachsenden Präsenz des ultrakonservativen Islam zusammen. Dessen extremste Form heißt Islamismus. Jahrelang haben sich große Teile der queeren Community gescheut, diese Wahrheit auszusprechen. Leider auch Sie.

Wir verlieren dieses relativ freie Land, das Deutschland einmal gewesen ist. Wir verlieren es, weil zu viele bei uns zu naiv sind.

Wir verlieren es auch, weil immer wieder Gerichte Männer wie Abdul Ballout auf freien Fuß setzen. Die Staatsanwaltschaft wollte ihn drei Jahre im Knast sehen. Da säße er noch heute. Ein Amtsgericht aber ließ ihn frei.

Trotzdem sind unsere Knäste längst überfüllt mit Männern wie Ballout. Wir haben auch gar nicht genug Polizei, um Großveranstaltungen wie den CSD oder den Straßenkarneval wirklich zu schützen. Es wäre unbezahlbar.

Viele hauen ab, weil Deutschland sich langsam, aber sicher in eine Art Libanon verwandelt. Köln war als Exil nicht weit genug weg, Herr Kerkeling.

Ist es nicht jammerschade um dieses Land? Ich hab’s gemocht.

Harald Martenstein

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